Die Haltbarkeit einer Zahnprothese ist eine der häufigsten Fragen von Patienten, die sich gerade einen neuen Zahnersatz anfertigen lassen oder bereits seit Jahren eine Prothese tragen. Die Antwort hängt von der Art der Prothese, dem Material und der Pflege ab – aber es gibt klare Orientierungswerte.
Eine gut gefertigte und sorgfältig gepflegte Vollprothese (Totalprothese) hat in der Regel eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren. Dieser Zeitraum erscheint zunächst kurz, hat jedoch einen biologischen Grund: Der Kieferknochen baut sich nach dem Zahnverlust kontinuierlich ab – ein Prozess, den man als Knochenatrophie bezeichnet. Da die Prothese auf dem Kieferkamm aufliegt, verändert sich mit der Zeit die Passform, und die Prothese sitzt nicht mehr so präzise wie unmittelbar nach der Anfertigung. Eine schlecht sitzende Prothese kann Druckstellen, Entzündungen und Beschwerden verursachen.
Teilprothesen haben aufgrund ihrer Verankerung an Restzähnen oder Implantaten in der Regel eine etwas längere Lebensdauer – häufig acht bis fünfzehn Jahre, je nach Zustand der Ankerzähne und der Qualität der Pflege.
Zeichen dafür, dass eine Prothese erneuert werden muss, sind: schlechter Sitz oder ständiges Rutschen, Druckstellen oder Schmerzen trotz Anpassungsversuchen, sichtbare Risse oder Brüche im Material, Verfärbungen, die sich nicht mehr reinigen lassen, und eine veränderte Kaueffizienz oder Aussprache.
Regelmässige Kontrollen beim Zahnarzt – mindestens einmal jährlich – sind unerlässlich, um den Zustand der Prothese und des Kieferknochens frühzeitig zu beurteilen. Manchmal genügt eine Unterfütterung (Anpassung der Basis an die veränderte Kieferform), um die Prothese wieder korrekt sitzen zu lassen, ohne sie komplett neu anfertigen zu müssen.